NERVVERLETZUNGEN

Die Gefahr von Nervverletzungen besteht vorwiegend im Bereich des Unterkiefers. Der sogenannte Alveolarkanal im Unterkieferknochen, in dem der Nerv, Vene und Arterie verlaufen, bildet einen besonderen Risikofaktor.

Ein Sicherheitsabstand von mindestens 1-2 Millimetern zum Alveolarkanal ist unbedingt erforderlich, um einer Nerv- oder Gefäßschädigung mit entsprechend starker Blutung vorzubeugen, was jedoch anhand einer Zwischenröntgenaufnahme kontrolliert werden muss. Es sollte bereits im Vorfeld der Operation eine präzise Analyse des über dem Alveolarkanals befindlichen Knochenangebotes durch unser Team der Praxis Spaldinghof in Hamburg mittels einer Röntgendiagnostik erstellt werden. Als weitere Vorsichts-maßnahme empfehlen unsere Kieferchirurgen Dr. Burkart M. Zuch und Reinhard Schroeter die Anwendung einer Bohrschablone.

Der Abbruch einer Implantation wird bei einer unvorhergesehenen Kanalöffnung empfohlen. Alternativ könnte ein kürzeres Implantat eingesetzt werden, das nicht mit dem Nervkanal in Berührung kommen kann. Ein in den Nervkanal eingesetztes Implantat muss in jedem Fall wieder umgehend durch unser Team in der Praxis Spaldinghof in Hamburg entfernt werden.

Sollte eine Nervschädigung eintreten, überweisen Dr. Burkart M. Zuch und Reinhard Schroeter Sie an eine Klinik mit kieferchirurgischer Spezialabteilung. Dort wird eine mikrochirurgische Nervennaht oder eine primäre Nervrekonstruktion vorgenommen.

Das sogenannte Foramen mentale ist eine Knochenöffnung auf der Außenseite des horizontalen Astes des Unterkiefers. Es befindet sich im Bereich der kleinen Backen-zähne, in dem der Unterkiefernerv aus dem Knochen in die Weichteile tritt. Auch hier muss ein Sicherheitsabstand von mindestens 2 Millimetern zum Foramen mentale durch die Implantologen der Praxis Spaldinghof eingehalten werden, da man den Verlauf des Nervs nicht eindeutig bestimmen kann.

Hinter dem Foramen mentale, also im hinteren Bereich eines zahnlosen Kiefers, ist meist nur ein unzureichendes Knochenangebot vorhanden. Daher empfehlen Dr. Burkart M. Zuch und Reinhard Schroeter, um einer Strukturschädigung vorzubeugen, diese Nerv- austrittsstellen im Vorfeld präzise festzulegen.

Eine Nervverlagerung sollte nur in Ausnahmefällen in Erwägung gezogen werden. Selbst bei scheinbar komplikationslosem Operationsverlauf kann es zu Sensibilitätsausfällen, Gefühlsstörungen in der Lippe, im Kinnbereich oder im Unterkieferrandbereich kommen. Ebenso besteht die Gefahr, dass es zu chronischen Neuralgien, das heißt zu einer schmerzhaften Erkrankung eines Nervs, kommen kann. In seltenen Fällen können trotz exakter Implantatpositionierung anhand der Röntgendiagnostik und einem Sicher-heitsabstand von 1 bis 2 Millimetern nach der Operation Gefühlsstörungen im Bereich des Nervs sowie von Kinn, Lippe und Unterkieferrand auftreten. Diese Gefühlsstörungen können durch den vorübergehenden Druck auf den Nervkanal entstehen, der durch Knochensplitter beim Eindrehen des Implantates oder kleine Blutergüsse entstehen kann. Blutergüsse dieser Art werden nach der Operation meist relativ schnell wieder abgebaut, womit auch die Gefühlsstörungen nachlassen.

Bei Schädigung des Zungennervs, des sogenannten Nervus lingualis im hinteren Unterkieferabschnitt, während der Präparation des Weichgewebes können ebenfalls Gefühlsstörungen der Zunge auftreten, die zu gleichzeitigem Geschmacksverlust oder zu Geschmacksbeeinträchtigungen führen. Eine Schädigung des Zungennervs bei der Knochenpräparation zwischen dem Weichteillappen und dem Unterkiefer kann durch ein schützendes Instrument vermieden werden.

Durch den sofortigen Druckanstieg, der durch Blutungen in den Weichteilen oder im Nervkanal ausgelöst wird, kann es zu einer vorrübergehenden Kompression des Nervs kommen, was nicht heißt, dass dieser direkt beschädigt ist. Der Nerv sollte jedoch umgehend dekomprimiert werden, sobald die Symptome auf eine Nervverletzung hindeuten.