Lockerung, Brüche von Befestigungsschrauben

Bei verschraubten Konstruktionen zur Aufnahme einer Voll- oder Teilprothese können bereits geringe Passungenauigkeiten zu starken Verspannungen beim Aufschrauben der Konstruktion führen.

Durch die Befestigungsschrauben, mit denen die prothetische Konstruktion auf dem Implantat fixiert ist, wird die Konstruktion extrem beansprucht und kann sich lockern oder sogar brechen. Die Entfernung eines gebrochenen Schraubenteils aus dem Implantatinneren ist nicht immer möglich. Obwohl das Implantat dann schon fest mit dem Knochen verwachsen ist, kann es nicht mehr prothetisch versorgt werden.

In den meisten Fällen werden Schraubenlockerungen durch Wechselbelastungen verur-sacht. Diese Wechselbelastungen können zum Beispiel durch sehr große Kronen auf Implantaten mit geringem Durchmesser entstehen. Dadurch wird die Kauflächenkante unterschiedlich beansprucht.

Zementierte Kronen, die auf einem aufgeschraubten Aufbau fixiert sind, können ebenfalls zum Lockern der Befestigungsschrauben führen. Es besteht die Möglichkeit, in diesem Fall die Schraube des Aufbaus nach dem Entfernen der prothetischen Konstruktion mit einem Drehmomentschlüssel erneut anzuziehen.

Die Stabilität und Festigkeit der Schrauben kann man mit speziellem, in das Schrauben-gewinde eingebrachtem Klebemittel verbessern. Eine weitere Möglichkeit ist die Versiegelung der Schraubenköpfe mit aushärtendem Kunststoff.

In der Regel liegt die Ursache für Schraubenbrüche oder -lockerungen in einer ungünstigen funktionellen Belastung, wie zum Beispiel nächtliches Knirschen oder Pressen, sofern man einen Herstellungsfehler ausschließen kann. Aber auch eine geringfügige Passungenauigkeit der prothetischen Konstruktion oder eine unzureichende Verankerung des Implantats im Knochen können zu Schraubenlockerungen oder -brüchen führen.

Wenn Implantatkopf und Implantatkörper allerdings aus einem Stück bestehen, sind Schraubenlockerungen nicht möglich. Diese einteiligen Implantate werden auch vom Team von Dr. Burkart M. Zuch und Reinhard Schroeter, Praxis Spaldinghof in Hamburg, vorzugsweise verwendet.