KIEFERKNOCHENAUFBAU

Nach dem Verlust von einem Zahn oder mehreren Zähnen kann das Weichgewebe in dem betroffenen Bereich aufgrund mangelnder Belastung verloren gehen. Später beginnt auch der Kieferknochen zu schrumpfen.

Wenn die Zahnlücke oder die Zahnlücken über einen gewissen Zeitraum nicht mit Zahnersatz versorgt werden, kann die Schrumpfung des Kieferknochens so weit fort- geschritten sein, dass nicht mehr genug Knochenmaterial für eine implantologische Versorgung durch Burkart M. Zuch oder Reinhard Schroeter in unserer Praxis Spaldinghof in Hamburg vorhanden ist.

Gegebenenfalls muss das Knochenvolumen durch eine spezielle Operationstechnik aufgebaut werden, da eine erfolgreiche Implantation vom Knochenangebot abhängig ist. Der betroffene Kieferkammabschnitt darf nicht weniger als 8mm Knochenhöhe und weniger als 5mm Knochenbreite haben.

Für den Aufbau des Kieferknochens kann man entweder synthetisches Knochenersatzmaterial, das dem natürlichen Knochen außergewöhnlich ähnlich ist, verwenden oder einen Hohlraum schaffen, in den dann, wie nach einer Zahnentfernung in das leere Zahnfach, Knochensubstanz einwachsen kann. Aufgrund seiner niedrigen Stoffwechselrate benötigt Knochengewebe jedoch eine wesentlich längere Nachwachszeit als Weichgewebe.

In der Regel erfolgen Knochenaufbaumaßnahmen beim Einsetzen der Implantate. Sind jedoch größere Knochenbereiche zu ersetzen, ist es erforderlich, die Knochenaufbaumaßnahme zuerst durchzuführen. Erst ca. 3-6 Monate später, nach beendeter Ausheilphase, können die Implantate in unserer Praxis Spaldinghof in Hamburg eingesetzt werden.

Kleinere Knochenaufbaumaßnahmen kann man mit Knochenspänen aus dem Bohrloch oder der Umgebung des Implantates durchführen. Mit Hilfe von Trepanfräsen, also speziellen Hohlzylinderfräsen, oder mit einem Knochenhobel, dem sogenannten Safescraper, werden diese Knochenspäne gewonnen. Unter dem Safescraper versteht man ein chirurgisches Instrument zum Ent- und Aufnehmen von körpereigenem Knochenmaterial.

Nach Freilegung der Knochenoberfläche in der Spenderregion durch Lösen der Knochen- und Schleimhaut schabt der Zahnarzt bis maximal 5 cm³ des körpereigenen Knochens mit der halbkreisförmigen Schneidefläche des Safescrapers ab. Diese Knochenchips werden in dem wegdrehbaren, durchsichtigen Auffangbehälter des medizinischen Gerätes gesammelt. Anschließend werden sie aus dem sterilen Behälter entnommen und von Burkart M. Zuch oder Reinhard Schroeter in das Empfängergebiet transplantiert. Die Implantatoberfläche muss komplett mit Knochen bedeckt sein, damit die oberen Gewindegänge des Implantats nicht freiliegen.

Besonders geeignet für die Gewinnung der Knochenspäne sind die hinteren Abschnitte des Ober- und Unterkiefers, ebenso die zum Mundraum liegende Knochenfläche der Kinnregion. Größere Knochenstücke, die mit Hilfe eines Trepanbohrers gewonnen werden, können entweder in einer speziellen Knochenmühle zerkleinert oder von Burkart M. Zuch oder Reinhard Schroeter mit kleinen Schrauben am Kieferkammknochen angebracht werden. Solche nur selten notwendigen Knochenaufbaumaßnahmen empfehlen wir vom Team der Praxis Spaldinghof in Hamburg, unter Vollnarkose und gegebenenfalls während eines stationären Aufenthaltes durchführen zu lassen, kleinere Eingriffe können dagegen ambulant und unter örtlicher Betäubung erfolgen.

Kleinere Knochentransplantationen können in der Regel zeitgleich mit der Implantation durchgeführt werden. Im Gegensatz dazu muss der transplantierte Knochen bei umfangreichen Aufbaumaßnahmen erst über Monate hinweg einheilen.

Auch synthetische oder halbsynthetische Knochenersatzmaterialien, zum Beispiel Tricalciumphosphat, kurz TCP genannt, und ebenso granulierte, resorbierbare Keramiken unterschiedlicher Korngröße lassen sich alternativ zu körpereigenem Knochen verwenden. Mikroporen, die in solchen Granulaten enthalten sind, stehen miteinander in Verbindung und ermöglichen so das Einwachsen von Knochengewebe. Innerhalb von 6-12 Monaten werden diese synthetischen Knochenmaterialien in Kontakt mit dem lebenden Knochen aufgelöst und von vitaler Knochensubstanz durchwachsen.

Bei durch Parodontitis angegriffenen Zähnen mit fortgeschrittenen Zahnlockerungen oder Knochentaschen werden ebenfalls diese Knochenersatzmaterialien verwendet. Das mit Patientenblut vermischte Material kann direkt in den betroffenen Bereich eingespritzt oder appliziert werden und ist dadurch im Einsatz unkompliziert. 

Eventuell erforderliche Membranen zur Stabilisierung des Knochenersatzmaterials werden in der Regel vernäht oder mit Nägeln oder Schrauben am Knochen befestigt. Diese Membranen bestehen entweder aus synthetischem, nicht resorbierbarem Material, wie Titan oder Teflon, oder aus resorbierbarem Material, das nach 6 bis 12 Monaten völlig aufgelöst ist.

Synthetisches Knochenersatzmaterial zeichnet sich durch gute Gewebeverträglichkeit und Vermeidung von allergischen Reaktionen aus. Eine Übertragung von Infektionen ist ausgeschlossen, da keine weitere Operation zur Knochengewinnung erforderlich ist. Eine vollkommene Umwandlung in Eigenknochen ist jedoch nicht gewährleistet, das Verlustrisiko ist somit höher als bei körpereigenem Knochen.

Membranen zur Fixierung des Knochenersatzmaterials oder von Knochenspänen, die aus Titan oder Teflon bestehen, also nicht resorbierbar sind, müssen circa 4 bis 6 Wochen nach dem chirurgischen Eingriff entfernt werden. Dies erfolgt in der Regel ohne eine weitere Operation, oft sogar ohne Anästhesie, da die Membran meistens freiliegt und leicht herausgezogen werden kann.

Wie bei allen chirurgischen Maßnahmen lassen sich Komplikationen auch bei Knochenverpflanzungen nicht ganz ausschließen. Auftretende Wundschmerzen am Tag der Operation lassen sich mit Schmerzmitteln gut behandeln und sind völlig normal. Sofern die Wundheilung unbeeinträchtigt ist, sollten schon einen Tag nach der Operation keine größeren Schmerzen mehr auftreten.

Bei Entzündungen des verpflanzten Knochens oder des Knochenersatzmaterials um das Implantat besteht die Gefahr von weiterem Knochengewebeabbau. Aufgrund solcher Komplikationen muss nicht nur das Implantat, sondern auch das verpflanzte Knochenmaterial entfernt werden. Eine weitere Operation kann erst nach vollkommener Ausheilung, d.h. nach circa 6 bis 9 Monaten, erfolgen.