GESCHICHTE DER IMPLANTOLOGIE

Schon vor mehr als 2000 Jahren entstand der Wunsch, verlorengegangene Zähne durch Implantate zu ersetzen. Keine Besonderheit für die Entwicklung der heutigen Implantologie haben jedoch prähistorische Funde, bei denen es sich um Einzelexperimente kultischen Brauchtums handelte.

In der vor- und nachchristlichen Zeit benutzte man unterschiedliche Materialien, um verlorengegangene Zähne zu ersetzen. Bevorzugt wurde Holz, Metall, Knochen oder auch Elfenbein verwendet.

Beim Entdecken einer Grabanlage aus dem ersten oder zweiten Jahrhundert nach Christi wurde in Frankreich ein Schädel gefunden. Während der radiologischen Untersuchung dieses Schädels aus der Römerzeit entdeckten französische Anthropologen ein integriertes Bronzeimplantat im Bereich eines oberen Prämolaren. Schon um 1880 wurde in Frankreich wohlhabenden Patienten Zähne transplantiert, die gegen Bezahlung jungen Menschen zuvor extrahiert worden waren. Um das Jahr 1100 nach Christi datieren die ersten Empfehlungen zur Verpflanzung von Zähnen.

Erst auf Beginn des 20. Jahrhunderts geht die Empfehlung einiger Wissenschaftler zurück, fremde metallische oder elfenbeinartige Materialien bei der Implantation zu verwenden. Die ersten Implantate aus Vitallium mit Gewindeform wurden von den Gebrüdern Storck im Jahre 1939 entwickelt. Aus dem neuartigen Tantal entstanden Anfang der 60er Jahre die sogenannten Nadelstraßen in Form nadelförmiger Implantate. Einige Jahre später wurden schraubenförmige Implantate aus verschiedenen Metallarten entwickelt.

Dass sich durch die funktionelle Belastung der Knochen fest an den Implantat-oberflächen  anlagert, bewiesen erste wissenschaftliche Studien Mitte der 60er Jahre. Auf diese Studien in der zahnärztlichen Implantologie gehen die heutigen Standardbegriffe gewebeintegrierter Zahnersatz oder auch Osseointegration zurück.

Die ersten Blattimplantate aus Titan sowie die unter dem Begriff rotationssymmetrische Implantate bekannten, zylindrischen und schraubenförmigen Implantate entstanden wenige Jahre später.